Finale der 2. Liga – Spiel 1: Leipzig vs. Potsdam
- Jonas Henschler
- 24. März
- 2 Min. Lesezeit

Wenn man sich das erste Spiel der Finalserie zwischen dem SC DHfK Leipzig und dem SC Potsdam anschaut, könnte man glatt meinen, man hätte sich aus Versehen in ein Eishockeymatch verirrt oder in ein Torfestival mit offenem Schlagabtausch. Ganze 21 Tore fielen, verteilt auf drei völlig unterschiedliche Drittel. Und ja, das ist mittlerweile fast schon das neue Normal, wenn Potsdam auf dem Feld steht.
Wer hatte den besseren Start?
Ganz klar: Leipzig. Die Männer aus Sachsen kamen mit Dampf und Spielfreude aus der Kabine. Julius Ondruschka netzte früh zur Führung ein, ein Start nach Maß, der Hoffnung auf mehr machte. Doch wer glaubte, das sei ein Spaziergang Richtung Bundesliga, hatte nicht mit Potsdam gerechnet. Denn das erste Drittel endete mit einem wilden 4:4, ein Spiel auf Messers Schneide, das Lust auf mehr machte.
Und das zweite Drittel?
Weiter auf Augenhöhe. Kein Team konnte sich richtig absetzen, die Führung wechselte mehrfach. Leipzig legte meist vor, Potsdam zog nach. 3:2 hieß es in diesem Drittel aus Sicht der Gäste, also 7:6 für Leipzig nach 40 Minuten. Spannung pur. Alles offen. Noch.
Bitte was?! 7:1 im letzten Drittel?! Was war denn da los?!
Richtig gelesen. Das dritte Drittel hatte alles und wahrscheinlich noch ein bisschen mehr. Direkt zu Beginn der Schock: Veeti Nieminen, Topscorer der Liga und Potsdamer Lebensversicherung, fällt im Zweikampf, steigt dabei unglücklich über den am Boden liegenden Leipziger und touchiert dessen Kopf. Das Urteil der Schiedsrichter: Matchstrafe. Rote Karte. Vier Minuten Unterzahl. Und der vielleicht dramatischste Wendepunkt der Partie nur nicht so, wie man es erwartet hätte.
Wurde Leipzig also eiskalt in Überzahl?
Im Gegenteil. Potsdam biss sich in die Unterzahl rein, kämpfte mit allem, was sie hatten und schlug dann sogar zu. Spielertrainer Atte Ronkanen verwandelte eiskalt einen Strafschuss zum 7:7. Und ab da? Da brach es über Leipzig herein wie ein Orkan in der Sächsischen Tiefebene.
Wer hat den Schalter umgelegt?
Der Name des Moments: Galow. In der 50. Minute erzielte er das 8:7 und mit diesem Treffer schien ein Damm gebrochen. Potsdam zündete den Turbo. Sechs weitere Treffer sorgten für ein 13:8-Endergebnis, das sich deutlicher liest, als es lange Zeit war. Der Versuch, im 6 gegen 5 nochmal Druck zu machen? Mehr harmlos als gefährlich.
Was war noch besonders?
Das Spiel wurde auf Gerflor-Boden ausgetragen ein echtes Novum. Potsdam ist erst der dritte Verein in Deutschland, der auf dem offiziellen WM-Belag spielt. Glänzend in jeder Hinsicht nicht nur, weil das Spiel spektakulär war, sondern weil man auch optisch Bundesliga-Luft schnuppern konnte.
Und wie geht’s jetzt weiter?Am kommenden Samstag steht Spiel zwei an. Um 18 Uhr in der Sporthalle am Rabet in Leipzig und es geht bereits um alles. Kann Leipzig den Matchball abwehren? Oder marschiert Potsdam durch in die Bundesliga?
Und was ist mit Veeti Nieminen?
Gute Frage. Die Matchstrafe steht eine Sperre droht. In der Regel: zwei Spiele Pause. Das wäre ein herber Rückschlag für Potsdam. Gerade jetzt, wo alles auf dem Spiel steht. Doch die Entscheidung der VSK steht noch aus.
Fortsetzung folgt… Foto: T. Laube
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